Fliegenpilz: Wirkung im Überblick (Amanita 101)

Fliegenpilz und seine magische Wirkung

Artsy Shot: Fly with me

Ein Beitrag von Kate

 

Executive Summary

Sieht umwerfend aus, bringt GlĂŒck, kann gegen Angst, Schlafstörungen, Depressionen und Sucht helfen– wer kann das bloß sein? Der Fliegenpilz. Folge uns auf einer mystischen Reise durch seine Geschichte. Angefangen beim Weihnachtsmann, Rentieren und schamanischen Traditionen, bis hin zu neuesten Gesundheitsstudien und Microdosing-Erfahrungen mit dem Amanita muscaria. Hier erfĂ€hrst Du wirklich alles ĂŒber die Fliegenpilz-Wirkung!

 

Intro zum Fliegenpilz und seiner Wirkung

Der Fliegenpilz, ganz fancy auch unter Amanita muscaria bekannt, ist einer der faszinierendsten und wohl auch bekanntesten Pilze der Welt – schlichtweg aufgrund seines markanten Aussehens. Mit seinem leuchtend roten Hut und den weißen Punkten ist er nicht nur ein Symbol fĂŒr GlĂŒck und Magie, sondern auch ein zentrales Element vieler Mythen und Traditionen. In diesem Blogbeitrag werfen wir gemeinsam einen tiefen Blick auf die Geschichte des Fliegenpilzes, erkunden seine Verwendung in schamanischen Ritualen und erfahren vom enormen Heilungspotential der Fliegenpilz-Wirkung. Zu guter Letzt lernen wir mehr ĂŒber die moderne Praxis des Microdosings mit diesem Wunderpilz.

Um die entzĂŒckende Entdeckung eines leuchtenden Fliegenpilzes in freier Wildbahn zu machen, muss man nicht wie bei anderen Zauberpilzen ans andere Ende der Welt reisen – man stĂ¶ĂŸt womöglich bei einer aufmerksamen Wanderung ganz zufĂ€llig auf ihn. Doch nicht nur in den hiesigen europĂ€ischen WĂ€ldern findet er sein Zuhause. Auch in den WĂ€ldern Asiens kommt er wild vor. Die spezifischen Bedingungen, die er zum Gedeihen braucht, hat er klar abgesteckt (davon schneiden wir uns noch eine Scheibe ab!) – daher gibt es ihn wirklich nur in der Wildnis und nicht kommerziell in Grow-Kits oder GewĂ€chshĂ€usern.

Doch nicht nur mit ausgewĂ€hlten BĂ€umen wie Birken, Fichten und Kiefern steht er in Symbiose, er ist auch tief in den Geschichten und BrĂ€uchen vieler Kulturen verwurzelt. Genau dort starten wir gleich. Doch davor kannst Du Dich vielleicht kurz fragen: Wo ist Dir der Fliegenpilz schon mal begegnet? Weißt Du vielleicht etwas ĂŒber seine Verbindung zum Weihnachtsmann? Ist er ein GlĂŒckspilz oder ein Giftpilz? Wahrscheinlich könnte man ĂŒber den Fliegenpilz problemlos eine ganze Bibliothek fĂŒllen. Wir starten jetzt mal mit den wichtigsten Infos der Fliegenpilz-Wirkung und vielleicht verrĂ€t er Dir ja eines Tages höchstpersönlich mehr ĂŒber seine Geheimnisse…

 

â˜đŸ» Disclaimer: Bitte beachte unbedingt unsere Risikohinweise. ZusĂ€tzlich weisen wir darauf hin, dass das bei uns im Shop erhĂ€ltliche Fliegenpilz-Pulver nicht fĂŒr den menschlichen Verzehr bestimmt ist. Wir verkaufen dies lediglich als RĂ€ucherwerk!

 

Der Fliegenpilz und seine Wirkung stellen sich vor

UrsprĂŒnge und Mythen rund um die Fliegenpilz-Wirkung

Der Fliegenpilz hat eine lange Geschichte in den Mythen und Legenden verschiedener Kulturen. In der nordeuropĂ€ischen Folklore wird er oft mit Elfen und Feen in Verbindung gebracht, die angeblich unter seinen HĂŒten tanzen und feiern. In Sibirien und Nordskandinavien ist der Fliegenpilz seit Jahrtausenden ein fester Bestandteil schamanischer Rituale. Schamanen glaubten, dass der Verzehr des Pilzes ihnen Zugang zu spirituellen Welten und göttlicher Weisheit verschafft.

Eine der bekanntesten Geschichten – Achtung, es wird etwas bizarr! – ist die, der Rentier-Schamanen in Sibirien: Die Rentiere vernaschten den Fliegenpilz und die Schamanen tranken dann ihren Urin, um so die psychoaktiven Wirkstoffe des Pilzes zu nutzen. Diese Praxis wurde entwickelt, um die toxischen Nebenwirkungen des Pilzes zu minimieren. Muscimol, der psychoaktive Hauptwirkstoff, blieb dadurch im Urin erhalten, wĂ€hrend einige der toxischen Bestandteile, unter anderem die IbotensĂ€ure, die im rohen Fliegenpilz enthalten ist, abgebaut wurde. Ein kleiner Tipp am Rande: Trocknen hĂ€tte es vielleicht auch getan, denn dadurch wandelt sich der Großteil der IbotensĂ€ure genauso in das psychoaktive Muscimol um. 

Doch das ist nicht einmal die Ă€lteste Überlieferung des Fliegenpilzes. Höhlenmalereien in Nordafrika, die auf etwa 10.000 v. Chr. datiert werden, deuten darauf hin, dass schon in der Steinzeit vom magischen Fliegenpilz Gebrauch gemacht wurde.


Der GlĂŒckspilz und der Weihnachtsmann

Doch was assoziiert man eigentlich mit dem Fliegenpilz? Unsere erste Antwort wĂ€re die eines GlĂŒcksbringers gewesen – eine recht ĂŒbliche Zuschreibung hier in Europa. Dieses Bild des „GlĂŒckspilzes“ stammt vermutlich aus der altnordischen Mythologie, in der der Pilz als Geschenk der Götter angesehen wurde. In der Weihnachtszeit und rund um den Jahreswechsel sieht man oft Darstellungen des Fliegenpilzes als Dekorationen, ein Brauch, der möglicherweise auf die Legenden von schamanischen Winter-Ritualen zurĂŒckgeht, bei denen der Fliegenpilz eine zentrale Rolle spielte.

Laut Überlieferungen fanden diese Rituale oft zur Wintersonnenwende statt, einer Zeit, die eng mit heutigen WeihnachtsbrĂ€uchen verbunden ist. Schamanen, die sich in rot-weiße GewĂ€nder kleideten, sammelten Fliegenpilze und verteilten sie als Geschenke, daher ist es vielleicht kein Zufall, dass der Weihnachtsmann in rot-weißer Kleidung dargestellt wird. Und nun stelle man sich noch die trippenden Rentiere dazu vor, die womöglich so aussehen, als wĂŒrden sie fliegen, nachdem man selber vom Pilz genascht hat – das Bild perfekt fĂŒrs Bilderbuch. 

Und auch der Nikolaus könnte ebenfalls in Verbindung zu diesen schamanischen Praktiken gebracht werden. Auch ihn kennt man in den gleichen Farben, wie die Schamanen (und Pilze) gekleidet. Wir stellen jetzt mal ganz frech die Frage: Waren es der Nikolaus und Knecht Ruprecht, die einem am Ende des Jahres haben reflektieren lassen, oder war es womöglich eine Zauberreise mit dem Fliegenpilz, der den Menschen den Spiegel vorhielt?


Und wieso doch gleich Fliegen-Pilz?

Der Name Fliegenpilz klingt zunĂ€chst mysteriös – man denkt vielleicht an die “fliegenden” Rentiere – doch seine Herkunft ist eher unspektakulĂ€r. Im 16. Jahrhundert empfahl der Botaniker Adam Lonitzer, rote Fliegenpilze in Milch zu kochen und diese Mischung im Raum aufzustellen, um Fliegen und MĂŒcken zu betĂ€uben. Diese Methode tötete die Insekten zwar nicht direkt, machte es aber wesentlich einfacher, die lĂ€stigen Insekten zu fangen, da auch sie von der Fliegenpilz-Wirkung (leicht) benommen waren. In einigen Gegenden wurde eine Paste aus Fliegenpilzen sogar an die HauswĂ€nde gestrichen, um Insekten fernzuhalten. So erhielt der Fliegenpilz seinen ungewöhnlichen Namen, obwohl der Grund fĂŒr seine PopularitĂ€t nicht in seiner Wirkung auf Fliegen, sondern auf die der Menschen zurĂŒckzufĂŒhren ist, wie wir jetzt lernen dĂŒrfen.


Werbung zum Kauf von Fliegenpilz-Pulver (Amanita muscaria).

 

Fliegenpilz als BrĂŒcke zwischen Psyche und Körper

Neben den bekannten schamanischen Anwendungen und modernen Microdosing-Praktiken rĂŒckt der Fliegenpilz zunehmend auch als ganzheitliches Mittel zur Verbindung von Körper und Geist in den Fokus. Besonders spannend ist, dass die Fliegenpilz-Wirkung nicht nur auf die Psyche, sondern auch auf das vegetative Nervensystem einwirken kann. Nutzer:innen berichten, dass selbst beim Microdosing mit Fliegenpilz körperliche Verspannungen, Muskelzittern oder das GefĂŒhl von „Blockaden lösen“ auftreten können. Diese somatischen Effekte werden oft als „Körperarbeit“ beschrieben und können im Zusammenhang mit der entspannenden, GABAergen Wirkung von Muscimol stehen, die nicht nur geistige, sondern auch muskulĂ€re Anspannung lösen kann. Gleichzeitig empfinden einige Menschen eine gesteigerte Achtsamkeit fĂŒr den eigenen Körper, was sich besonders im Rahmen von Meditation, Yoga oder Atemarbeit zeigt. Der Fliegenpilz kann also als Werkzeug zur bewussten Körper- und Selbstwahrnehmung dienen. Dieser Aspekt macht ihn vor allem im Microdosing-Bereich interessant, wo sanfte Effekte und nachhaltige Integration im Vordergrund stehen. Wer sich also fragt, ob der Fliegenpilz nur „trĂ€umen“ lĂ€sst, wird schnell merken: Auch körperlich gibt es einiges zu entdecken.

 

🍄 Hinweis: Die hier beschriebenen Inhalte dienen ausschließlich der Information und stellen weder eine Konsumempfehlung noch eine Anleitung dar. Sicherheit und Eigenverantwortung stehen an oberster Stelle!

 

Ein Traditions-(Heil)-Pilz: Fliegenpilz-Wirkung ĂŒberzeugt

Eine schamanische Reise zwischen den Welten

Schamanen in Sibirien und Nordskandinavien nutzen den Fliegenpilz seit Jahrtausenden als Werkzeug, um in verĂ€nderte BewusstseinszustĂ€nde zu gelangen und spirituelle Reisen zu unternehmen. Diese Rituale, die oft zur Wintersonnenwende und anderen bedeutenden saisonalen ÜbergĂ€ngen stattfanden, stĂ€rkten die Verbindung der Menschen zur Natur und ihren Zyklen – eine Verbindung, die in unserer Gesellschaft leider mehr und mehr verloren ging. Der Fliegenpilz diente als Katalysator, indem er den Schamanen half, in TrancezustĂ€nde zu gelangen, in denen sie spirituelle Einsichten erlangten, Heilungen durchfĂŒhren und die Zukunft vorhersagen konnten.

Die Schamanen trockneten den Pilz und konsumierten ihn in sowohl kleinen als auch großen Mengen, um Visionen zu fördern und Kontakt mit der Geisterwelt aufzunehmen. Es wird berichtet, dass sie den Teilnehmern ihrer Zeremonien oft zwischen 10 und 15 Gramm des getrockneten Pilzes gaben, was zu intensiven, visionĂ€ren Erfahrungen fĂŒhrte. Ein weiterer traditioneller Gebrauch war auch das RĂ€uchern des Pilzes: Getrocknete Teile des Fliegenpilzes wurden auf heiße Kohlen oder in spezielle RĂ€ucherschalen gelegt und der Rauch wurde inhaliert, um visionĂ€re ZustĂ€nde und tiefe meditative Erfahrungen zu fördern.

Wie zu Anfang des Beitrages erwĂ€hnt, bestand eine weitere, fĂŒr die meisten unter uns wohl eher fragwĂŒrdige Praxis darin, dass Schamanen den Urin von Rentieren tranken, die Fliegenpilze gefressen hatten. Diese Methode filterte einige der toxischen Elemente heraus und verstĂ€rkte die psychoaktiven Effekte. Durch den Konsum des Pilzes konnten sie in Kontakt mit dem Geist der Pflanze treten, der ihnen als kleine Pilze mit Augen, Armen und Beinen erschien.

Generell glauben Schamanen an die Existenz von drei Welten: der Unterwelt, der Mittelwelt und der Oberwelt, die durch den Weltenbaum oder den Lebensbaum verbunden sind. Durch Trance und spirituelle Reisen können sie diese Welten betreten, wobei der Fliegenpilz mit seiner Wirkung als SchlĂŒssel dient, um das „Tor zwischen den Welten“ zu öffnen. Diese spirituellen Reisen helfen ihnen, Heilungen herbeizufĂŒhren und die Balance zwischen den Welten zu wahren. Klingt fast eine Reise wert, oder?


Medizin von Mutter Erde: vielfÀltige Wirkung des Fliegenpilzes

Neben der spirituellen Nutzung wurde der Fliegenpilz auch traditionell als Medizin eingesetzt. In verschiedenen Kulturen diente er zur Behandlung von physischen Beschwerden wie Schmerzen und EntzĂŒndungen, denn er enthĂ€lt Verbindungen mit entzĂŒndungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften. FĂŒr solch eine Verwendung wurden aus dem Fliegenpilz oft Tinkturen, Tees, Öle und Salben hergestellt und vielseitig eingesetzt.

🧿 Aufgepasst: Auf Instagram folgt ganz bald eine Anleitung zur Herstellung einer schmerzlindernden Salbe, also komm in den Club und folge uns auch dort!

Neben diesem Einsatz zur Linderung physischer Schmerzen weisen moderne Studien auf ein enormes Heilungspotential des Fliegenpilzes fĂŒr psychische Leiden hin. Studien umfassen Themen wie die Reduktion von AngstzustĂ€nden und die Verbesserung des Schlafs 1 , sowie die Linderung chronischer und neurologischer Schmerzen 2. Doch damit ist das Potenzial und die Wirkung des Fliegenpilzes noch lange nicht ausgeschöpft.

Muscimol, der Wirkstoff, auf den diese positiven Effekte zurĂŒckzufĂŒhren sind, zeigt dazu erheblichen Einfluss auf Krankheitsbilder wie Depression und Sucht. Die Verbesserung bei der Behandlung von Depressionen ist auf eine Erhöhung der Serotonin- und Dopamin-Level zurĂŒckzufĂŒhren, beides Neurotransmitter, die eine zentrale Rolle in der Stimmungsregulation spielen. ZusĂ€tzlich hat Muscimol eine antidepressive Wirkung durch seine Einwirkung auf den GABA-A-Rezeptor. Durch die VerstĂ€rkung der GABAergen Neurotransmission wird vermutet, dass Muscimol die AktivitĂ€t von neuronalen Schaltkreisen, die an Depressionen beteiligt sind, wie der Amygdala und dem prĂ€frontalen Kortex, reduziert.

Diese Einwirkung auf den GABA-A-Rezeptor macht Muscimol auch in Suchtstudien effektiv, da dies das Suchtverlangen verringert und Entzugssymptome zu lindern scheint. Besonders in Studien zu Alkohol- und KokainabhÀngigkeit waren die Ergebnisse vielversprechend. Auch hier beeinflusst Muscimol wieder die neuronalen Schaltkreise, die mit Sucht in Zusammenhang stehen, wie den prÀfrontalen Kortex und den Nucleus Accumbens 3.

An dieser Stelle ist es wichtig zu betonen, dass viele dieser Studien bisher hauptsĂ€chlich an Tieren durchgefĂŒhrt wurden. (Langzeit-)Studien mit Menschen stehen oft noch in den Startlöchern – erneut steht das Image der Substanz ihrem enormen Heilungspotential im Wege. Diese Situation kennen wir leider nur zu gut von herkömmlichen Psychedelika wie LSD, Psilocybin und MDMA. Es wird Zeit fĂŒr VerĂ€nderung, findest Du nicht auch?!


Fliegenpilz-Wirkung: Die Chemie stimmt.

Nun noch eine Mini-Chemie-Exkursion, bevor wir uns dem Thema Fliegenpilz-Microdosing widmen: Der Fliegenpilz enthĂ€lt mehrere bioaktive Verbindungen – die bekanntesten darunter sind IbotensĂ€ure und Muscimol. IbotensĂ€ure ist in hohen Dosen toxisch und kann zu einer Reihe von unangenehmen und potenziell gefĂ€hrlichen Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, KrĂ€mpfen und Halluzinationen fĂŒhren. Diese ToxizitĂ€t beruht auf der Fliegenpilz-Wirkung von IbotensĂ€ure auf das zentrale Nervensystem. 

Ein traditioneller und effektiver Weg, die Giftigkeit des Pilzes zu reduzieren, ist das Trocknen des Pilzes. Beim Trocknen wird ein Großteil der IbotensĂ€ure in Muscimol umgewandelt, das die psychoaktive Hauptsubstanz darstellt. Dieser Prozess der Decarboxylierung reduziert die ToxizitĂ€t und macht den Fliegepilz sicherer fĂŒr den Konsum. Um sicherzugehen, dass der Pilz gut getrocknet ist, wird empfohlen, ihn in einem gut belĂŒfteten Bereich auszubreiten und vollstĂ€ndig trocknen zu lassen.

Ein weiterer gĂ€ngiger Entgiftungsprozess ist das Kochen des Pilzes. Durch das Kochen in Wasser werden die wasserlöslichen Toxine, einschließlich IbotensĂ€ure, entfernt. Es wird empfohlen, die Pilze mindestens 15 bis 20 Minuten zu kochen. Das Wasser wir danach zu verworfen, um die extrahierten Toxine loszuwerden. Einige Anwender wiederholen diesen Prozess, um sicherzustellen, dass möglichst viele Toxine entfernt werden.

Neben IbotensĂ€ure und Muscimol enthĂ€lt der Fliegenpilz noch andere interessante Verbindungen. Eine davon ist Muscazon, das ebenfalls bei der Decarboxylierung (Trocknung) von IbotensĂ€ure entsteht. Muscazon hat Ă€hnliche psychoaktive Eigenschaften wie Muscimol, ist aber weniger stark. DarĂŒber hinaus enthĂ€lt der Fliegenpilz auch Beta-Carboline, also Alkaloide mit MAO-hemmenden Eigenschaften. Diese Hemmung von Monoaminoxidase (MAO) kann die Fliegenpilz-Wirkung anderer psychoaktiver Substanzen im Körper verlĂ€ngern. Zudem sind Spuren von Tryptophan und seinen Derivaten im Pilz vorhanden, die als Vorstufen fĂŒr Neurotransmitter wie Serotonin dienen. Diese und viele weitere vielfĂ€ltige chemische Verbindungen tragen zu den komplexen Wirkungen des Fliegenpilzes bei und machen ihn zu einem faszinierenden Objekt sowohl der traditionellen als auch der modernen Forschung.

 

Moderne Praxis des Fliegenpilz-Microdosing

Micro-was?

Ein kurzer Auffrischer fĂŒr Dich: Microdosing bezieht sich auf die Praxis, sehr kleine Mengen einer psychoaktiven Substanz zu konsumieren. So soll die Wirkung zwar subtil, aber trotzdem positive Effekte zu erzielen, ohne die volle psychoaktive Wirkung zu erleben. Diese Methode hat in den letzten Jahren an PopularitĂ€t gewonnen, insbesondere bei Substanzen wie LSD und Psilocybin. Doch auch der Fliegenpilz hat seinen Platz in der Welt des Microdosing gefunden – dazu nun mehr.

Falls Du Dich fĂŒr Microdosing mit LSD oder Psilocybin interessierst, dann legen wir Dir unser Microdosing 101 wĂ€rmstens ans Herz – lesen lohnt sich!


Microdosing mit dem Fliegenpilz

Laut dem empfehlenswerten Buch „Microdosing with Amanita Muscaria: Creativity, Healing, and Recovery with the Sacred Mushroom“ von Baba Masha berichten Anwender:innen von positiven Effekten wie gesteigerter KreativitĂ€t, Reduktion von Stress, erhöhter Konzentration und emotionaler Ausgeglichenheit. Die empfohlenen Fliegenpilz-Dosen sind dabei wesentlich geringer als die Mengen, die traditionell in schamanischen Ritualen verwendet werden. Typischerweise liegt die Dosis des Fliegenpilzes bei Microdosing zwischen 0,3 und 0,5 Gramm. Manchmal betrĂ€gt sie auch bis zu 1 Gramm des getrockneten Pilzes – den Sweetspot muss jeder fĂŒr sich selbst entdecken. Am besten geht das durch langsames Hochtasten.

Die Dauer der Fliegenpilz-Wirkung betrĂ€gt dabei seine subtilen sechs bis acht Stunden, sofern mal besonders sensibel ist, vielleicht auch bis zu zehn. Ihr Protokoll Ă€hnelt dem gĂ€ngiger anderer Protokolle, wie dem von Jim Fadiman. Sie empfiehlt eine Einnahme alle drei Tage. Dadurch soll zwischen jeweils einem Tag unter Einfluss, einem Tag unter sogenanntem Afterglow (aka dem positiven Nachwirken der Substanz) und einem Tag unter NĂŒchternheit alterniert werden.

In der fĂŒr das Buch durchgefĂŒhrten Studie dokumentierte Baba Mashas, wie mehr als 3.000 Freiwillige positive Ergebnisse fĂŒr eine Vielzahl von GesundheitszustĂ€nden erlebten. Neben den zuvor genannten Effekten zeigte das Microdosing mit dem Fliegenpilz unter anderem Hilfe und Heilung bei hormonellen Dysfunktionen, Allergien, ZahnfleischentzĂŒndungen, Sodbrennen, Ekzemen, Psoriasis, Depressionen, Epilepsie, Bluthochdruck, Schlaflosigkeit und MigrĂ€ne. Hinzu kam die Erkenntnis, dass auch schon diese kleinen Fliegenpilz-Dosierungen wirksam bei der Schmerzlinderung sind. Gleichermaßen können sie helfen, AbhĂ€ngigkeiten von Alkohol, Opiaten, Nikotin, Koffein und anderen BetĂ€ubungsmitteln zu unterbrechen. Somit bestĂ€tigt dies die Ergebnisse vorherig genannter Studien. 

Die im Buch enthaltenen knapp 800 persönlichen Berichte beschreiben positive sowie auch negative und neutrale Effekte des Microdosings mit Amanita muscaria 4. Solche persönlichen Informationen finden wir immer besonders interessant!  


Fliegenpilz-Wirkung: Safety first – immer!

Wie auch bei allen anderen Substanzen, ist es auch beim Microdosing mit dem Fliegenpilz wichtig, vorsichtig zu sein und prÀzise vorzugehen. Eine zu hohe Fliegenpilz-Dosierung kann unangenehme und potenziell gefÀhrliche Nebenwirkungen verursachen. Es wird empfohlen, mit einer sehr kleinen Menge zu beginnen und die Fliegenpilz-Wirkung zu beobachten, bevor die Dosis schrittweise erhöht wird. Wie immer gilt der Leitsatz: Start low, go slow!

Insgesamt bietet Microdosing mit Amanita muscaria eine wunderbare Möglichkeit, die positiven Effekte dieses traditionellen Heilpilzes zu erfahren, ohne den vollen psychoaktiven Fliegenpilz-Trip zu erleben. Denn dieser birgt definitiv seine Risiken und sollte daher ausschließlich unter professioneller Begleitung oder mit einem erfahrenen Tripsitter durchgefĂŒhrt werden sollte.

 

Outro zur Fliegenpilz-Wirkung

Wenn Du Dich nach diesem Artikel noch immer nicht fĂŒr den Fliegenpilz begeistern konntest, dann sind wir mit unserem Latein am Ende – trotz großem Latinum. Wir vom Team erfreuen uns daran, diesen europĂ€ischen Wunderpilz nun endlich bei uns im Sortiment zu fĂŒhren und sind selber fleißig am Experimentieren und RĂ€uchern. Die Einsatzmöglichkeiten sind so vielseitig, wie Du wunderbarer Mensch auch. Daher laden wir Dich ein, mit Hilfe des Fliegenpilzes, ein klein wenig mehr Magie und GlĂŒck in Deinen Alltag zu bringen. Wir freuen uns ĂŒber jegliche Art von Feedback und persönliche Berichte, egal ob auf Instagram oder direkt per Mail an mail@psychedelika.club 🍄


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Endnoten

[1] Karim MR. A Method to Quantify Drosophila Behavioral Activities Induced by GABAA Agonist Muscimol. Bio Protoc. 2021 Apr 20;11(8):e3982. doi: 10.21769/BioProtoc.3982. PMID: 34124286; PMCID: PMC8160546.

[2] Hosseini M, Karami Z, Janzadenh A, Jameie SB, Haji Mashhadi Z, Yousefifard M, Nasirinezhad F. The Effect of Intrathecal Administration of Muscimol on Modulation of Neuropathic Pain Symptoms Resulting from Spinal Cord Injury. An Experimental Study. Emerg (Tehran). 2014 Fall;2(4):151-7. PMID: 26495371; PMCID: PMC4614567.

[3] Del Pippo, P. Therapeutic effects of muscimol on various conditions including anxiety. Medium. 2023. Available at: https://medium.com/@delpippo/therapeutic-effects-of-muscimol-on-various-conditions-including-anxiety-eb599f6f293c.

[4 ] Masha B. Microdosing with Amanita Muscaria: Creativity, Healing, and Recovery with the Sacred Mushroom. 2022. Inner Traditions. ISBN: 978-1644113840.

Risikohinweise

Jeder Konsum von psychoaktiven Substanzen, egal ob legaler oder illegaler Art, birgt Risiken. Personen, die noch nicht volljĂ€hrig sind oder bei denen eine psychische Erkrankung besteht bzw. ein Verdacht auf eine solche vorliegt, wird ausdrĂŒcklich vom Konsum von Psychedelika abgeraten.

Die hier geschilderten Erlebnisse sind subjektive Erfahrungsberichte. Sie erheben keinen Anspruch auf AllgemeingĂŒltigkeit und wollen zur Auseinandersetzung mit dem Thema eine Bewusstseinskultur anregen. Hierzu gehört insbesondere auch die eingehende BeschĂ€ftigung mit weiteren Quellen (z. B. anderen Erfahrungsberichten und wissenschaftlichen Studien), den Risiken und der Rechtslage im eigenen Land. Die Darstellung auf diesem Blog erfolgt nach bestem Wissen und Gewissen, kann jedoch eine eigene kritische Auseinandersetzung mit dem Thema nicht ersetzen, sondern nur einen Beitrag dazu leisten, sich ein möglichst vollstĂ€ndiges Bild zu machen.

UnĂŒberlegter und unbeaufsichtigter Konsum sowie Missbrauch zu bloßen Rauschzwecken ist gefĂ€hrlich und entspricht nicht unserer Überzeugung. Wir positionieren uns als Bestandteil der Bewusstseinskultur und appellieren an die Eigenverantwortlichkeit aller Interessierten sowie daran, die landesspezifischen Gesetze ĂŒber den Umgang mit psychoaktiven Substanzen (z. B. BtMG in Deutschland, BetmG in der Schweiz, SMG in Österreich) einzuhalten.

Wir nehmen explizit keinen Bezug auf Forschungschemikalien wie 1D-LSD, 1T-LSD oder 1S-LSD in unserem Shop, da diese nicht fĂŒr den menschlichen Konsum bestimmt sind.

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